08.10.1998

Was soll ich mich lange mit der Vorrede aufhalten. Auch kann ich es gar nicht, weil ich unbedingt unsere Erlebnisse loswerden muss. Viele von Euch werden ja auch schon darauf warten. Kurz zusammengefasst hatten wir einen traumhaften Urlaub und einfach phantastische unvergessliche Erlebnisse. Träumen davon war ja schon schön, aber was wir dann wirklich erlebt haben, hat alles übertroffen.

Eigentlich fing die Reise unter keinem guten Omen an, denn die Organisation stellte sich als einziger Horrortrip heraus. Es lag nicht an der Organisation der Reise, vielmehr an einer Mitreisenden, die kurz vorher absprang und eigentlich die gesamte Buchung der Flüge, Hotels und Autos in ihrer Stadt erledigt hatte. Ich hatte kurz vor unserer Abreise, weder Unterlagen noch sonst einen Nachweis, dass wir bezahlt hatten. Ihr könnt mir glauben, viel hat nicht gefehlt, und ich wäre durchgedreht. Nachdem ich einfach das Heft in die Hand genommen habe und mit dem Reisebüro telefoniert hatte, kamen dann zwei Tage vor unserem Abflug endlich alle Papiere bei mir an. Der Hall des Steines, der mir da vom Herzen fiel, klingt mir jetzt noch in den Ohren. Schließlich hingen acht "Schicksale" an diesen Unterlagen, und es ging nicht gerade um wenig.
Damit nicht genug, ging der Ärger auf dem Flughafen weiter. Eine Freundin und ich hatten einen Anschlussflug von Berlin nach Düsseldorf. Wir dachten, wir wären schlau und haben schon am Vorabend eingecheckt. Aber das Dilemma hatten wir am nächsten Morgen. Es war nicht möglich am Schalter der deutschen BA bis nach Los Angeles durchzuchecken. Na das fing ja gut an.

Schließlich saßen wir zum ersten Mal an diesem Tag im Flugzeug, noch müde und ein wenig verärgert. Eigentlich konnte es nur noch besser werden. Im Flugzeug fand uns dann auch Martina, die vom Joe Penny Fan Club mit flog. In Düsseldorf angekommen und endlich die Schlange beim Einchecken hinter uns gebracht, erhielten wir die Nachricht, dass wir für die Maschine nach L.A. schon eingecheckt wären, jedoch fehlten uns immer noch die Bordkarten. Technik ist was Tolles, nur funktionieren sollte sie. Während wir so am Schalter standen und darauf warteten, dass sich die Sache nun endlich klärte, tippte uns plötzlich jemand auf die Schulter. Erschrocken drehten wir uns ums. Es war Wilfried, der uns herzlich begrüßte. Er hatte unsere Nadines im Doppelpack zum Flughafen gebracht, und wir kannten ihn noch von unserer letzten LA Reise. Er zeigte uns, wo beide saßen, und so waren wir schon eine kleine Sorge los.

Nach langem Warten und immer stärker werdendem Murmeln hinter uns, konnte das Problem geklärt werden und wir bekamen unsere Bordkarten. Wir hofften nun nur, dass unser Gepäck wenigsten nicht in Düsseldorf blieb sondern durchgecheckt war bis L.A. Da wir nun im Besitz unserer Bordkarten waren, konnte es eigentlich losgehen, aber denkste. Unser Flug wurde mit Verspätung angezeigt. Klappte heute überhaupt etwas? Nach schier endloser Warterei - Diana konnte kaum noch stehen, durften wir endlich das Flugzeug besteigen. Auf dem Weg dorthin fanden wir auch Birgit, die Letzte unserer Mitreisenden auf diesem Flug. Ab ging es in die Stadt der Engel. Unsere Englischkenntnisse konnten wir schon im Flugzeug testen, denn wir hatten einen netten Amerikaner neben uns sitzen. Bei 11 Stunden Flug kommt man auf einige dumme Ideen und Diana und ich überlegten, wie es wohl auf der Convention werden würde. Und je mehr wir uns LA näherten umso aufgeregter wurden wir. Endlich in LA gelandet, mussten wir wieder warten, denn eine ägyptische Maschine blockierte unser Gate. Das Warten wurde langsam unerträglich. Dann endlich aussteigen und laufen, was für eine Wohltat. Als wir alle Formalitäten erledigt hatten, traten wir aus der Vorhalle und herrlicher Sonnenschein und 32 Grad ließen uns allen Ärger vergessen.

Sechs Weiber voll bepackt, als würde jede von iHotel in Los Angeleshnen 6 Wochen bleiben, standen nun in L.A. am Flughafen und suchten ihr Hotelshuttle. Aber wie alles dort, war auch das gut organisiert und wir fanden unseren Shuttle nach kurzem Suchen. Der freundliche Fahrer half uns beim einladen und wir fielen nur noch in die Sitze. Wir waren mittlerweile 25 Stunden auf den Beinen. Als das Shuttle zum Hotel einbog, erspähten wir zu unserer Freude einen Supermarkt genau daneben. Dieser sollte in den kommenden Tagen noch öfter von uns besucht werden, aber dazu später.

Über unser Hotelzimmer konnten wir nicht klagen. Mit Blick auf den Hotelpool bekam man endlich das Gefühl im Urlaub zu sein. Unsere beiden Nadines fielen nur noch in die Betten und träumten süß, hoffe ich zumindest. Von was und wem kann ich Euch aber nicht sagen. Da es noch recht früh war, gingen Diana und ich auf Erkundungstour rund um das Hotel. Wir entschieden uns etwas zu essen und kauften ein paar Sachen im Supermarkt. Als wir zurück kamen, trafen wir Angelika und machten mit ihr aus, gegen 18:00 Uhr die Autos zu holen. Wir hofften natürlich, dass bis dahin Angelika, vom Joe Penny Club, eingetroffen sein würde. Wir waren so erledigt, dass wir uns hinlegten, was aber doch ein Fehler war.

Es war halb sechs, als wir wieder aufwachten. Noch etwas benommen entschlossen wir uns, die Autos zu holen, denn mit einem unbekannten Auto, in einer unbekannten Stadt sollte man nicht gleich am ersten Tag im Dunkeln fahren. Wir klopften bei den zwei Nadines und teilten ihnen unser Vorhaben mit. Beide versprachen uns, sich nicht von der Stelle zu rühren. Wenn Ihr sie so verschlafen gesehen hättet, dann wären auch Euch keine Zweifel an der Wahrheit ihrer Worte gekommen. Wir klopften noch an den anderen Zimmern, aber nicht an allen wurde uns geöffnet, und auch Angelika war immer noch nicht angekommen. Nach kurzem Überlegen, wie wir es denn nun richtig machen würden, entschlossen wir uns, alleine zu Alamo zu fahren. Das andere Auto konnte ja auch noch am nächsten Tag geholt werden, und dann wüssten wir auch, wie weit die Vermietung vom Hotel weg ist. Wir marschierten also zum Hotelshuttle und fuhren zum Flughafen, da wir wussten, dass wir dort den Shuttle zur Autovermietung finden würden. Je näher wir der Autovermietung kamen, desto unruhiger wurde Diana neben mir. Schon wie im vergangenen Jahr wollte man uns ein größeres Auto aufschwatzen und eine zusätzliche Versicherung. Nachdem wir aber erklärt hatten, dass wir dies nicht wollen, bekamen wir endlich unser Auto. Vielleicht war es ja gemein von mir, ich ließ Diana gleich ans Steuer, aber mir ging es ja im letzten Jahr auch nicht besser. Jedenfalls kam ich mir am Anfang nicht wie in einem Auto vor sondern wie im Bauch eines Kängurus, denn das Auto hüpfte mehr, als das es fuhr. Es dauerte ein Bisschen bis wir das Problem gefunden hatten. Diana versuchte mit rechts Gas zu geben und mit links zu bremsen. Lacht nicht! Seid Ihr schon einmal ein Automatik Auto gefahren, ohne dass ihr es vorher kanntet? Ich erklärte Diana, dass sie ihren linken Fuß zum Fenster hinaus hängen oder irgendetwas anderes damit machen, aber ihn keineswegs benutzen sollte. Ab da ging es prima, und ich kann ihr nur ein großes Kompliment aussprechen, denn sie ist die ganzen 14 Tage gefahren.
Endlich waren wir auf der Straße, aber wohin fahren? Die Karte hatten wir kluger Weise im Hotel liegen lassen. Prima, es war nun doch dunkel und wir hatten keinen Schimmer, wohin wir fahren sollten. Diana wusste nur, dass wir irgendwo links abbiegen mussten. Wie durch ein Wunder, kamen wir nach einer kleinen Stadtrundfahrt genau am Hotel an, welches Diana später immer im Blindflug wiedergefunden hat.
Wir störten unsere beiden Nadines ein letztes Mal an diesem Tag in ihrem Schönheitsschlaf, klopften vergeblich an die Türen der Anderen und fielen total geschafft in unsere Betten. Wir wussten, die nächsten zwei Tage würden anstrengend werden, aber das nahmen wir gern in Kauf. Lange geschlafen haben wir allerdings nicht, denn die Aufregung saß wohl doch tiefer, als es sich jeder von uns eingestanden hätte.
Halb vier war die Nacht für uns vorbei und da an einschlafen absolut nicht mehr zu denken war, grübelten Diana und ich darüber nach, was uns an diesem Tag erwarten würde. Hätten wir eigentlich sein lassen können, denn alles haben wir uns vorgestellt, aber nicht das, was uns dann wirklich erwartete.

 
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